Seit 1709 verzaubern die Dresdner Kapellknaben die Menschen
Die klaren Knabenstimmen, der vielstimmige Chor, die Präzision, Freude und Vitalität – sich dieser Faszination zu entziehen, ist nur schwer möglich. Die Dresdner Kapellknaben verknüpfen eine mehr als 300-jährige Tradition mit der Moderne. Sie sind der musikalische Verkünder des Wortes Gottes in Dresden, der Region und darüber hinaus. Ein Kapellknabe ist ein Chorsänger – und doch viel mehr.
13. Juni 2026 | 19.30 Uhr | Kathedrale Dresden
14. Juni 2026 | 16.00 Uhr | Maria Regina Martyrum Berlin
2024 feierten die Kapellknaben eine Premiere und das passend zum Jubiläum: 300 Jahre nach der Uraufführung von Bachs Johannespassion (BWV 245) sang der Chor das Werk erstmals. 2025 erklang die Johannespassion erneut, allerdings in der Fassung von 1725. 2026 gehen die Kapellknaben nun ganz neue Wege. Die Aufführung wird an mehreren Stellen von szenischen Lesungen unterbrochen, in denen der Bachschen Musik der Prozess vor dem Volksgerichtshof im Januar 1945 gegen die Märtyrer Alfred Delp und Helmuth James Graf von Moltke gegenübergestellt wird. Beide Prozesse, der vor rund 2.000 Jahren in Jerusalem und der vor 81 Jahren in Berlin, endeten mit dem Todesurteil und der Hinrichtung. Die Idee, beide Ereignisse zu verknüpfen, hatte seinen Ursprung im Aufsatz „Ökumene der Märtyrer“ des Jesuitenpaters Klaus Mertes. Jesus gegen Pontius Pilatus in der Johannespassion und Delp sowie Graf von Moltke gegen Roland Freisler, dem berüchtigten Präsidenten des Volksgerichtshofs, in den Lesungen: Bei dieser Gegenüberstellung unter der Regie von Till Krabbe wird die biblische Passion noch nahbarer.
7. November 2026 | 19.30 Uhr | Kathedrale Dresden
Nach der umjubelten Aufführung des Elias 2025 steht Felix Mendelssohn Bartholdy 2026 erneut im Mittelpunkt des letzten großen Kapellknaben-Konzertes des Jahres. Der Paulus war das erste der beiden großartigen Oratorien von Mendelssohn. Uraufgeführt wurde es 1836 beim Niederrheinischen Musikfest. Das Werk beschreibt das Leben und Wirken des Apostel Paulus – in zwei Teilen gegliedert. Im ersten steht die Christenverfolgung mit dem Märtyrertod des Stephanus sowie die Wandlung vom Saulus zum Paulus im Mittelpunkt, im zweiten sein Wirken als Missionar. Mendelssohn orientierte sich bei seiner Komposition stark an den Passionen Bachs, verwendete im Libretto im Gegensatz zu ihm aber auch in den Arien reine Bibeltexte. Der Erfolg war überwältigend. Bereits 18 Monate nach Fertigstellung der Partitur wurde das Oratorium zum 50. Mal aufgeführt. Kollegen wie Robert Schumann und Richard Wagner waren vom Elias begeistert. Aufgeführt wird das Oratorium gemeinsam mit dem Kathedralchor und der Sächsischen Staatskapelle.









