Sagenumwoben und geheimnisvoll: Kapellknaben singen das "Miserere" 

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Geprobt wird für das Passionskonzert schon länger - und auch an diesem Samstag vor dem 3. Fastensonntag im Kapellknabeninstitut. Tempo, Intonation, Lautstärke, Dynamik und Aussprache - alles muss passen, damit es am Ende so klingt, wie es sich Chorleiter Christian J. Bonath vorstellt. Schließlich ist das einzustierende Stück ein ganz besonderes.

Um kaum ein anderes Werk der Musikgeschichte ranken sich so viele geheimnisvolle Geschichten: Das 1637 komponierte "Miserere" ist das einzig bekannte Werk des italienischen Komponisten Gregorio Allegri und in der ganzen Welt bekannt - vor allem wegen des berührenden Gesangs. Aufgeführt werden durfte es 200 Jahre lang nur an einem Ort und an wenigen Tagen: in der Sixtischen Kapelle im Vatikan in der Karwoche vor Ostern. Die Noten durften nicht kopiert werden, wer es wagte, dem drohten empfindliche Strafen. Wolfgang Amadeus Mozart soll die Noten nach einem Gottesdienst in der Sixtinischen Kapelle aus dem Gedächtnis aufgeschrieben haben - und das mit 14 Jahren. So blieb das sagenumwobene Werk der Nachwelt erhalten und verzaubert die Zuhörer bis heute.

Neben dem "Miserere" singen die Dresdner Kapellknaben beim Passionskonzert das "Stabat mater" von Giovanni Battista Pergolesi. Der hatte das mittelalterliche Gedicht 1736, kurz vor seinem Tod, vertont. Eine Abschrift der Partitur, die zu den meistgedruckten Werken der Musikgeschichte zählt, liegt in der Sächsischen Landes-, Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) in Dresden. „Bei der Aufführung werden die Solisten der Kapellknaben im Mittelpunkt stehen“, betont Domkapellmeister Bonath. Ergänzt wird das Programm, bei der Musiker der Sächsischen Staatskapelle spielen, von der Bach-Motette „Jesu meine Freude“ (BWV 227).

  • 21. März, 19.30 Uhr, Kathedrale Dresden (ehemalige Hofkirche): Dresdner Kapellknaben und Musiker der Sächsischen Staatskapelle - "Stabat mater" von Pergolesi und "Miserere" von Allegeri. Karten unter eveeno.com/passionskonzert2026

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