Jauchzet, frohlocket!

Weihnachtsoratorium - J. S. Bach
Messe in C-Dur - L. van Beethoven

„Aber lieber Beethoven, was haben Sie denn da wieder gemacht?“ Das Zitat von Fürst Nikolaus II. Esterházy von Galantha wurde sprichwörtlich. Es steht im Zusammenhang mit Beethovens Messe in C-Dur, die er 1807 anlässlich des Namenstages von Esterházys Frau Maria Josepha Hermengilde von Liechtenstein komponiert hatte. Dem Fürsten gefiel das Auftragswerk überhaupt nicht, und das teilte er dem Komponisten auch so mit. Beethoven war derart verärgert, dass er die Messe bei der Drucklegung dem Fürsten Ferdinand von Kinsky widmete.

Die Messe genießt wegen ihrer höchst individuellen Ansätze, das Lob Gottes in Töne zu fassen, heute großes Ansehen. Zwar orientierte sich Beethoven bei der Komposition an den Messen seines Lehrers Joseph Haydn, die er als „unnachahmliche Meisterstücke“ bezeichnete, gleichzeitig brach er mit den traditionellen Vertonungen des Bibeltextes. Zu hören sein wird dies am Vorabend des 1. Advents in einer Kombination, die es bisher noch nicht gab: Gleich drei Chöre stehen vor dem Altar der Kathedrale, erstmalig finden die Hochschule für Kirchenmusik Dresden sowie die Kathedralmusik Dresden zu einem Konzertprojekt unter der Leitung von Prof. Stefan Lennig und Domkapellmeister Christian Bonath zusammen. Sie musizieren zusammen mit Mitgliedern der Sächsischen Staatskapelle.

Beethoven war ein großer Verehrer von Johann Sebastian Bach, dessen berühmtes Weihnachtsoratorium den anderen Teil des Abends prägt. Es erklingen in einer spannenden Kombination einzelne Kantaten aus dem Oratorium, das rund 70 Jahre vor der C-Dur-Messe entstanden war und heute zu den berühmtesten geistlichen Kompositionen zählt. „Nicht Bach, sondern Meer sollte er heißen wegen seines unendlichen, unerschöpflichen Reichtums an Tonkombinationen und Harmonien. Bach ist der Urvater der Harmonie.“ Mit diesem Zitat drückt Beethoven seine Bewunderung über den Thomaskantor aus.